Rumantsch Grischun

19.Oktober 2009 | Kategorien: Rumantsch Grischun

Wie entstand die Standard Sprache Rumantsch Grischun? Wie wird die Standard Sprache akzeptiert? Was ist die Grundlage von Rumantsch Grischun?
Rumantsch Grischun wurde 1982 aus der Taufe gehoben. Der Sprach Wissenschaftler Heinrich Schmid studierte die verschiedenen lokalen Dialekte. Dann wählte er aus den 3 aktivsten Dialekten  die Wörter mit den grössten Gemeinsamkeiten.

Auch wenn nicht alle die neue Sprache begeistert aufgenommen hatten, ist sie seit 2001 Amtssprache des Kantons Graubünden und seit dem Schuljahr 2007/08 findet sie in ersten rätoromanischen Schulen als Alphabetisierungssprache Verwendung.

Mit dem Projekt „Rumantsch Grischun in der Schule“ ist geplant, im schriftlichen Bereich die bisherigen fünf Idiome durch die gemeinsame Standardsprache zu ersetzen.

Im Vordergrund steht,  aktuelle und attraktive Lehrmittel für alle Unterrichtsfächer zur Verfügung zu stellen. Damit soll auch die Präsenz der romanischen Sprache im Schriftbereich allgemein gesärkt werden. Es wird angestrebt, dass im mündlichen Bereich weiterhin die traditionell vor Ort gesprochene Variante gepflegt und gelebt wird.

Wie ist die Rechtschreibung aufgebaut?

Bei der Rechtschreibnung versuchte der Sprachwissenschaftler Schmid sich möglichst an den Lesegewohnheiten der Bündnerromanen anzuknüpfen. So wollte er die Akzeptanz des neuen Standards erleichtern.

Hier ein Beispiel:


Der dem deutschen <tsch> ähnliche Laut vor a, o und u wird als <ch> geschrieben. Das entspricht dem Unterengadinischen weil auch Sprecher aus den Rheingebieten hier eine Schreibweise mit c erwarten.

Zusammengefasst kann man sagen, dass  die Orthographie des Rumantsch Grischun ein Kompromiss zwischen romanischer und deutscher Rechtschreibung ist.

Wird die neue Sprache gut akzeptiert?

Wie bei allen neuen Dingen, gibt es zu Beginn immer Wiederstände. So war und ist das auch beim Rumantsch Grischun. Ein Teil wird auch daher kommen, dass die neue Sprache von einem „Unterländer“ gestaltet wurde.

Zur besseren Akzeptanz wird vermutlich beigetragen haben, dass der Kanton und der Bund dazu übergegangen sind, ihre Drucksachen in Rumantsch Grischun zu verfassen.

Im weiteren wird heute auch in den Bündner Gymnasien Rumantsch Grischun gelehrt und seit dem Schuljahr 2007/08 findet sie in ersten rätoromanischen Schulen als Alphabetisierungssprache Verwendung.

Auch wenn es immer noch Widerstände gibt, so ist eine Zusammenfassung der verschiedenen Dialekte der einzige Weg, die romanische Sprache zu erhalten.

Eine tragende Rolle zur Erhaltung der romanischen Sprache und Kultur spielt die Lia Rumantscha.

Das Ziel der gegründeten Organisation ist, die rätoromanische Sprache und Kultur zu erhalten und zu fördern.
Der Auftrag wird sehr breit gefasst und in Bereichen wie der Schule, der Kirche, dem öffentliche Leben und auch in der Familie wahrgenommen.

Die Lia Rumantscha bietet rätoromanische Literatur an und übersetzt Texte. Sie ist auch die Kontaktstelle für Kurse in den fünf bündnerromanischen Dialekten.

Das sind Unterengadinisch (Vallader), Oberengadinisch (Puter), Surmeirisch (Surmiran), Surselvisch (Sursilvan) und Sutselvisch (Sutsilvan) sowie in der gemeinsamen Schriftsprache Rumantsch Grischun.

Die Lia Rumantscha ist dieDachorganisation für rätoromanische Sprach- und Kulturorganisationen mit Sitz in Chur im Kanton Graubünden.

Sie ist als Stiftung nach Art. 62 ff. des ZGB organisiert.

Die Lia Rumantsch finanziert sich vorwiegend über Kantons- und Bundesbeiträge.

Die Stiftung ist eine politisch und konfessionell neutrale gemeinnützige Institution, mit einen öffentlich-rechtlichen Auftrag.

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