„Cresta Run“ – wo man vor Frauen seine Ruhe hat

27.Oktober 2009 | Kategorien: Der Kanton Graubünden

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Beim „Cresta Run“ handelt es sich um keine Erfindung der Rätoromanen, obgleich es im Herzen des rätoromanischen Kantons Graubünden praktiziert wird. Was ist „Cresta Run“?


Erfunden haben es die Engländer, obwohl es nur in St. Moritz im Schweizer Kanton Graubünden ausgeübt wird.  Cresta Run ist Geschwindigkeit pur, aber nicht auf Reifen sondern auf Schlittenkufen, mit denen man einen Schlitteneiskanal, den Cresta Run  „hinunterkachelt“, wie es so schön heisst.

Der Cresta Run hat eine Länge von 1'214 m, mit einem Gefälle von 157 m.



Damit übertrifft er auch die benachbarte natürliche Bobeisbahn, die als älteste ihrer Art gilt. Bis zu 140 Stundenkilometer sind möglich, die der Fahrer bäuchlings auf seinen Schlitten den Cresta hinunter schiesst.

Bis zum Ziel gilt es zehn Kurven zu meistern, von denen die Nummer fünf die meisten Fahrer buchstäblich aus der Bahn wirft und dort die Landefläche gewohnheitsmässig immer mit Heu gepolstert ist.

Im kommenden Jahr feiert der Cresta Run sein 125 jähriges Jubiläum. Major W. H. Bulpetts, der den Eiskanal im Winter 1884/1885 bauen liess, gründete auch den St. Moritz Tobagganing Club.

Mittlerweile zählt der Club 1'300 Mitglieder, die sich nicht scheuen, ein paar Knochen zu riskieren, wenn sie den Cresta Run hinunterschlittern. Ausgerüstet mit Sturzhelm, sowie einem geht es den Eiskanal hinunter.


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Auch Nichtmitglieder können es nach einer gründlichen Einführung und mit voller Montur ausgestattet, wagen, den Cresta Run zu bezwingen.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Frauen sind ausgenommen. Die dürftige Begründung lautet, dass die liegende Position viele Gefahren für das weibliche Geschlecht berge und es ihnen untersagt ist, den Cresta Run zu fahren.

In der Garderobe des Clubhauses findet sich jedoch eine weitaus glaubwürdigere Begründung. Dort wird der Bereich des Clubs als frauenlose Zone erklärt, wo Geplagte ihre Ruhe finden.

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